Angedacht 02/2010
gepostet von bruehl um 18:50:10 21.02.2010Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. (Joh. 15,13)
Es gibt kaum ein Geschehen, dass das eingangs zitierte Jesus-Wort so gut illustriert wie die Geschichte von Francis Gawjonicek. Nie gehört? Vielleicht doch! Francis Gawjonicek gehörte zu einer Gruppe von 10 Personen, die wegen der Flucht eines Gefangenen im KZ Auschwitz 1941 willkürlich zum Tode verurteilt worden waren. Er war so gut wie erledigt, als im letzten Moment ein eher unscheinbarer Mann sich als „Ersatz“ für ihn bei der Lagerkommandantur anbot – und der Tausch gebilligt wurde. Francis Gawjonicek kam mit dem Leben davon, überlebte Auschwitz und wurde mehr als 4 Jahrzehnte später in einer Menge von zigtausend Menschen auf dem Petersplatz in Rom Zeuge der Ehrung des Mannes, der sich damals so selbstlos für ihn opferte: Maximilian Kolbe.
Sicher, ein gewaltiges Beispiel. Aber es geht auch heute: Ich habe eine Bekannte vor Augen, die als Mutter zweier Kinder in den sogenannten „besten Jahren“ eine Niere für einen Kranken gab, damit dieser leben konnte. Ich denke an einen Kambodschaner, der vor einiger Zeit Gast hier bei uns in Braunfels war: Ein Mann, der, wenn ich mich richtig erinnere, als Spion in eine christliche Versammlung geschickt worden war, zum Glauben an Jesus Christus kam und später in einem Gefangenenlager mehrere Gemeinden gründete. Auch starke Zeugnisse für den Glauben an Jesus Christus, oder nicht?
Es wird viel Wissen über den Glauben angehäuft, viel Streit um richtige und wichtige Worte geführt. Erkennen wird man Christen aber nicht an Überzeugungen, Wundern oder überdurchschnittlichen Persönlichkeitsmerkmalen – sondern an der Liebe. Jesus Christus gab sein Leben für uns, starb und wurde von den Toten auferweckt – dass ist die gewaltige Nachricht von Karfreitag und Ostern! Ich wünsche uns allen, dass diese Liebe Gottes, die sich so im Sterben Seines Sohnes am Kreuz für uns alle zeigte, nun auch uns alle in Bewegung setzt. Geteiltes Leben ist der Echtheitserweis unseres Glaubens. Dazu segne uns Gott!
Andreas Kraft
































